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Internationales Steuerrecht & Lieferschwellen für Onlinehändler

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Die Expansion des Onlineshops über Ländergrenzen hinweg ist oftmals lukrativ, bei der Umsetzung muss jedoch viel beachtet werden. Wie Sie Ihren Shopware Shop mit passenden Übersetzungen und vielem mehr fit für den internationalen Markt machen, haben wir Ihnen bereits auf unserem Blog gezeigt. Doch selbst wenn Ihr Shop bereits für ausländische Kunden vorbereitet ist, führt die korrekte Berechnung und Abfuhr der Umsatzsteuer häufig zu Unsicherheiten. Daher zeigen wir Ihnen, was es dabei für Lieferungen in die EU und weltweit zu beachten gibt, welche Strategien für Sie finanzielle Vorteile bieten und wie Sie Lieferschwellen mit unserem DATEV Plugin konfigurieren.

B2C-Lieferungen ins EU-Ausland

Wenn die Bestellung eines Kunden ins EU-Ausland verschickt werden soll, muss grundsätzlich zwischen Lieferungen an Privatpersonen und Lieferungen an gewerbliche Kunden unterschieden werden. Im Fall privater Kunden können Onlinehändler die Umsatzsteuer entweder im Ursprungsland oder im Zielland der Zustellung abführen und den entsprechend geltenden Mehrwertsteuersatz auf der Rechnung ausweisen. Dabei besteht die freie Wahl, solange der Jahresumsatz aus den Lieferungen in das Zielland länderspezifische Lieferschwellen nicht übersteigt. Diese sind von den jeweiligen EU-Ländern individuell festgelegte Grenzwerte, welche für 2019 hier eingesehen werden können. So liegt der Grenzwert für Lieferungen nach Österreich aktuell bei 35.000€, während die Umsatzsteuer für Lieferungen nach Frankreich erst ab einem Umsatz von 100.000€ zwingend im Zielland abgeführt werden muss. Dabei ist zu beachten, dass sobald die Umsatzsteuer erstmalig ins Ausland abgeführt wird, man dort automatisch für die nächsten 2 Jahre umsatzsteuerpflichtig ist. Somit müssen alle zukünftigen Bestellungen zwingend zu den Konditionen des Ziellandes versteuert werden. Diese Regelung gilt ebenfalls für Kleinunternehmer, da deren Befreiung von der Umsatzsteuer nur innerhalb Deutschlands gültig ist.

Da sich die Steuersätze von Land zu Land und in Abhängigkeit der Produktkategorie unterscheiden, kann aufgrund der freien Wahl bis zur Überschreitung des Grenzbetrags Geld gespart werden, indem ausländischen Kunden der günstigere der beiden möglichen Steuersätze berechnet und im entsprechenden Land abgeführt wird. Allerdings ist der deutsche Standard-Mehrwertsteuersatz von 19% bereits der zweitniedrigste im EU-Vergleich, weshalb sich hier nur selten Einsparpotenzial ergibt. Große Unterschiede gibt es hingegen beim reduzierten Steuersatz, welcher im EU-Vergleich stark schwankt und zudem je nach Zielland auch für andere als die deutschen ermäßigten Produktgruppen gilt. Daher sollten Sie für solche Produkte individuell prüfen, welche Steuerstrategie lukrativer ist. Jedoch sollte die 2-Jahres-Regelung stets berücksichtigt werden, denn die entstehende Steuerpflicht im Zielland gilt immer für alle Produktkategorien und Steuersätze.

Ausnahmen für EU-Lieferungen

Unabhängig von möglichen Lieferschwellen gibt es zwei Ausnahmeregelungen zu berücksichtigen, bei welchen die Steuern grundsätzlich immer im Zielland abgeführt werden müssen:

  • Abgabepflichtige Produkte: Hierunter fallen etwa Tabak und Alkohol, welche nach §3c Abs.5 S.2 UStG immer zu den Konditionen des Ziellandes besteuert werden müssen.
  • Digitale Produkte & Dienstleistungen: Hierzu zählen etwa Download- oder Streamingangebote, E-Books und Online-Videokurse.

Lieferschwellen mit dem Pickware DATEV Plugin konfigurieren

Für Onlinehändler ist es entscheidend, die Lieferschwellen immer im Blick zu behalten und bei einer Überschreitung rechtzeitig die erforderlichen Steuersätze des Ziellandes allen zukünftigen Bestellungen zuzuordnen. Hierbei hilft Ihnen unser DATEV Export Plugin, mit welchem für jedes Land individuelle Lieferschwellen gesetzt und überwacht werden können. Sobald das Plugin installiert ist, finden Sie unter Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Länder das Feld Lieferschwelle, in welches Sie den jeweils gültigen Lieferschwellenwert eintragen können. Wenn Sie anschließend den Haken bei Lieferschwellenwarnung setzen, wird Ihnen das Plugin bei Erreichen des in den Plugin-Einstellungen definierten Grenzwertes (Standard: 80%) eine Warnung im Backend anzeigen. Zudem können Sie detaillierte Statistiken für jedes Land unter Marketing > Auswertungen > Auswertungen > Lieferschwellen (DATEV) aufrufen. Sobald eine Umstellung des Steuersatzes notwendig wird, können die Steuerregeln in Shopware landesspezifisch angepasst werden.

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B2B-Lieferungen ins EU-Ausland

Im Fall gewerblicher Kunden muss die Umsatzsteuer nicht vom Verkäufer erhoben und abgeführt werden. Der Kunde ist dann selbst dafür verantwortlich, die für ihn gültige Umsatzsteuer im Zielland abzuführen. Voraussetzung hierfür ist die Angabe der eigenen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UStIDNr.) sowie der des Kunden auf der Rechnung. Dabei sollte die angebene Identifikationsnummer immer auf Gültigkeit überprüft werden, um einen Betrug auszuschließen. Hierfür bietet Shopware ein kostenloses Plugin an, welches die angegebene Nummer mit der EU-Datenbank MIAS abgleicht. Weitere Informationen finden Sie hier. Anschließend können Sie im Shopware Backend unter Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Länder für jedes Land den Haken Steuerfrei für Unternehmen setzen, damit Shopware bei zukünftigen Bestellungen automatisch die Überprüfung der Identifikationsnummer vornimmt und die Berechnung der Steuer auf der Rechnung unterbindet. Wichtig ist hierbei, dass Sie gegenüber dem Finanzamt sowohl die Überprüfung der Identifikationsnummer als auch die erfolgreiche Zustellung nachweisen müssen.

Lieferungen außerhalb der EU

Für Lieferungen in Nicht-EU-Länder, etwa in die Schweiz, muss auf der Rechnung keine Mehrwertsteuer ausgewiesen und somit auch nicht abgeführt werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass auch für diese Lieferungen wieder eine Nachweispflicht gegenüber dem Finanzamt besteht, so dass die erfolgreiche Lieferung zwingend mit Versandpapieren, Einlieferungsscheinen oder ähnlichem dokumentiert werden muss. Zudem muss auf der Rechnung auf die Umsatzsteuerfreiheit hinwiesen werden. Der Empfänger ist bei Erhalt der Lieferung im jeweiligen Zielland selbst dafür verantwortlich, die Ware ordnungsgemäß zu versteuern, sowie gegebenenfalls Zollgebühren zu bezahlen.

Wir hoffen, dieser Beitrag konnte Ihnen etwas Licht in den internationalen Steuerdschungel bringen und hilft Ihnen, Ihren internationalen Shopware Shop erfolgreich umzusetzen.


In 10 Schritten zum internationalen Shopware Shop

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Für Onlinehändler ist die Internationalisierung des eigenen Shops ein aufwändiger, aber oftmals lohnenswerter Schritt. So kann etwa der potentielle Kundenkreis stark vergrößert und die Reichweite des Shops erhöht werden. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch eine klare Strategie bezüglich der Produkte, Preise und Versandarten. Doch auch wenn alle strategischen Aspekte gelöst und potentielle Länder ausgewählt wurden, muss der Shop noch für jedes Land individuell angepasst werden. Meist muss eine abweichende Sprache und Währung angeboten werden. Aber auch die Verwendung der landesspezifischen Steuersätze ist nicht trivial. Shopware bietet Ihnen alle notwendigen Vorraussetzungen, um Ihren Shop optimal anzupassen, doch die vollständige und richtige Reihenfolge der Anpassungen ist entscheidend für den Erfolg. Daher zeigen wir Ihnen in diesem Blogbeitrag Schritt für Schritt, wie Sie Ihren bestehenden Shopware Shop um zusätzliche Länder erweitern.

Schritt 1: Land freischalten

Damit Ihre Kunden ein Kundenkonto mit einer ausländischen Anschrift anlegen können, müssen Sie zunächst im Shopware Backend unter Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Länder das entsprechende Land aktivieren. Klicken Sie hierzu auf den Stift neben dem Land und kreuzen sie die Felder Aktiv sowie Als Lieferland zulassen an. Sollte das benötigte Land noch nicht in der Liste angelegt sein, können Sie dieses über den Button Hinzufügen anlegen. Die richtige Zuordnung des Kunden zu seinem Land ist nicht nur für die Lieferung, sondern auch für die spätere Berechnung des richtigen Steuersatzes relevant.

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Schritt 2: Lokalisierung prüfen

Die Zuordnung der Sprache zu einem Land erfolgt in Shopware über die Lokalisierung, welche Sie ebenfalls in den Shopeinstellungen finden. Prüfen Sie hier, ob die notwendige Zuordnung bereits vorhanden ist oder legen Sie andernfalls eine neue Zuordnung an.

Schritt 3: Währung anlegen

Wenn Sie Ihren internationalen Shop für ein Land mit einer abweichenden Währung anlegen möchten, gehen Sie auf Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Währungen und fügen Sie über den Button Hinzufügen eine neue Währung hinzu. Vergeben Sie einen Namen, den ISO-Code und ein Symbol. Im Feld Faktor können Sie einen Wechselkurs hinterlegen, welcher automatisch für die Umrechnung der Artikelpreise aus der Standardwährung des Shops verwendet wird. Wenn Sie tagesaktuelle Umrechnungskurse in Ihrem Shop verwenden möchten, finden Sie passende Plugins im Community Store. Das Feld Position definiert die Stelle, an welcher die Währung im Dropdown-Menü des Frontends angezeigt wird, sofern Sie einem Shop mehrere Währungen zuordnen. Weitere Details finden Sie hier.

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Schritt 4: Steuersätze zuordnen

Wenn Sie Waren ins Ausland verkaufen, müssen Sie unter Umständen die Umsatzsteuer in das Zielland abführen und hierfür die jeweiligen Umsatzsteuersätze verwenden. Damit landesspezifische Steuersätze verwendet werden, können Sie die beiden voreingestellten Standardsteuersätze (Normal/ Ermäßigt) um landesspezifische Regeln erweitern. Gehen Sie hierzu auf Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Steuern und markieren Sie den zu erweiternden Steuersatz. Klicken Sie unter Steuerregeln auf Hinzufügen und vergeben Sie einen Namen sowie den zu verwendenden Steuersatz. Über die Felder Region und Land ordnen Sie nun das betreffende Land zu. Nun wird der Steuersatz des Ziellandes automatisch über die entsprechende Regel zugeordnet und von Shopware zur Berechnung der Bruttopreise aus den Nettopreisen verwendet. Solange keine Regel greift, verwendet Shopware immer den Standard-Steuersatz. Sollten Sie zusätzliche Steuersätze benötigen, etwa eine Null Prozent-Steuer, können Sie diese auf der linken Seite neu anlegen.

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Schritt 5: Kategoriebaum anlegen

Damit die Produktkategorien Ihres Shops in der benötigten Sprache verfügbar sind, müssen Sie einen neuen Kategoriebaum anlegen, da es in Shopware 5 keine Möglichkeit gibt, bestehende Kategoriebäume direkt zu übersetzen. Gehen Sie daher auf Artikel > Kategorien und legen Sie einen neuen Baum an. Alternativ können Sie auch den bestehenden Kategoriebaum einer anderen Sprache duplizieren und anschließend direkt übersetzen. Weitere Informationen zum Anlegen von Kategorien finden Sie hier.

Schritt 6: Sprachshop / Subshop anlegen

Wenn alle notwendigen Vorraussetzungen geschaffen sind, können Sie nun einen neuen untergeordneten Shop mit der benötigten Sprach- und Währungskombination anlegen. Hierbei reicht für die meisten Shopbetreiber ein neuer Sprachshop aus, welcher direkt dem Hauptshop und dessen Domain untergeordnet ist. Alternativ können Sie auch einen Subshop verwenden, welcher jedoch eine eigene Domain benötigt. Um einen neuen Shop anzulegen, gehen Sie auf Einstellungen > Grundeinstellungen > Shopeinstellungen > Shops und klicken Sie auf Hinzufügen. Wählen Sie zunächst den benötigten Shop-Typ aus, vergeben Sie einen Namen und ordnen Sie anschließend die benötigte Währung, die Lokalisierung und den zuvor angelegten Kategoriebaum zu. Informationen zu den Einstellungen sowie zur Auswahl des Shop-Typs finden Sie in der Shopware Dokumentation.

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Schritt 7: Shop konfigurieren

Häufig benötigen Sie für den internationalen Shop eine abweichende Standard-E-Mail-Adresse oder Bankverbindung, aber auch eine abweichende Anschrift ist möglich. Dazu können Sie in den Shopeinstellungen im Untermenü Stammdaten die voreingestellten Werte des Hauptshops anpassen.

Schritt 8: Templates übersetzen

Damit nun alle Menüs und Hinweise in Ihrem Shop in der richtigen Sprache angezeigt werden, müssen Sie sämtliche Template-Snippets übersetzen. Standardmäßig wird Shopware bereits mit den Sprachen Deutsch und Englisch ausgeliefert, für jede weitere Sprache empfiehlt sich die Installation von Sprachplugins. Alternativ können Sie unter Einstellungen > Textbausteine sämtliche Textfelder auch manuell übersetzen, indem Sie neben dem Textbaustein auf die Weltkugel klicken, und die entsprechende Übersetzung eintragen. Beachten Sie hierbei, dass die Textfelder für die gewünschte Sprache erst angeboten werden, wenn mindestens ein Shop über die Lokalisierung die Sprache erfordert.

Schritt 9: Artikel übersetzen & Kategorien zuordnen

Sie sollten nun auch alle im internationalen Shop angebotenen Artikel in die benötigte Sprache übersetzen und den zuvor angelegten Kategorien zuordnen. Hierzu rufen Sie den entsprechenden Artikel über Artikel > Übersicht auf. Im Tab Stammdaten klicken Sie nun im Feld Artikel-Bezeichnung auf die Weltkugel und können alle übersetzbaren Artikeldetails für den internationalen Shop übersetzen. Hier kann zudem eine shopspezifische Lieferzeit hinterlegt werden, wenn der Versand ins Ausland länger dauert. Wenn Sie die Änderungen gespeichert haben, wechseln Sie in den Tab Kategorien. Hier können Sie nun den Artikel der zuvor übersetzten Kategorie zuordnen, damit die Artikel auch im internationalen Shop richtig einsortiert werden.

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Schritt 10: E-Mail-Vorlagen anpassen

Um Ihre Kunden immer in der richtigen Sprache anzusprechen, sollten Sie im letzten Schritt noch die E-Mail-Vorlagen übersetzen. Gehen Sie hierzu auf Einstellungen > E-Mail-Vorlagen und wählen Sie in der Seitenleiste die zu übersetzende Vorlage aus. Wenn Sie nun neben den Textfeldern auf die Weltkugel klicken, können Sie für jede im Shop verwendete Sprache eine Übersetzung der Vorlage hinterlegen.

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Fazit

Bevor Ihr neuer internationaler Shop nun online geht, sollten Sie ihn zunächst noch umfangreich testen. Auch gibt es noch einige Details wie etwa die Zuordnung und Übersetzung von Zahlungsarten sowie die Freigabe bestimmter Versanddienstleister in Abhängigkeit der Lieferadresse zu beachten. Wenn Sie alle Schritte befolgt haben, sollte Ihnen für den erfolgreichen Start ins internationale Geschäft nichts mehr im Wege stehen.


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